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Die Idee der Bewegung


Ausgreifende Balkenformen, filigrane Verstrebungen oder schwere Kuben verbunden durch Achsen, Drehgelenke und Schiebeelemente werden nach einem komplexen System direkt mit der Kettensäge aus dem Holz heraus gearbeitet. Weder werden dabei Teile eingefügt, noch auseinander gesägt und anschließend wieder verleimt oder verzapft. Diese Technik fasziniert. Und doch vermittelt diese Beschreibung nur den funktionalen Aspekt, das technische Zusammenspiel der einzelnen Teile.

CW Loths künstlerisches Prinzip konzentriert sich mehr auf den "Raum im Holz", wie er es selbst nennt. Es geht darum, Möglichkeiten zu schaffen, die Form eines kompakten Blocks aufzulösen und in den ihn umgebenden Raum hinein zu erweitern. Indem CW Loth das Innere nach außen klappt, schiebt und dreht, erreicht er diese Wirkung.

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Dabei sind die Skulpturen nicht auf die tatsächliche Veränderung durch den Betrachter angelegt. Sie vermitteln die Idee der Bewegung, ohne sie jedoch durchführen zu müssen. Es ist eine verborgene, aber immer präsente Bewegung, die sich im Denken vollzieht.

Neben den sichtbaren Bearbeitungsspuren auf der Holzoberfläche simuliert diese imaginäre Bewegung für den Betrachter direkt nachvollziehbaren Teil des Entstehungsprozesses – sie beschreibt die kalkulierte Endphase in diesem Arbeitsablauf, die Vollendung der Form und gibt Einblick in das künstlerische Vorgehen, das so immer wieder aufs Neue vollzogen werden kann.

Christoph Schneider